Ort: Taverne "Pomp und Gloria" (Tisch nordwestlich der Taverne) in der Stadt Erdenburg, Hauptstadt des Reiches Omataut
Tag: 23. Nightal 1377
------------------------------
Reilech:
*wartet, bis der letzte Besucher den Raum verlassen hat und Toka wieder an der Theke döst*
*zeichnet weiter mit dem Dolch die Umrisse der bekannten Länder auf der Tischplatte nach, so entsteht nach und nach diese
Karte*
Also, so langsam sollten wir uns entscheiden, wie es weiter geht. Nach dem Angriff dieses untoten Hundes selbst in den hiesigen Gassen können wir damit rechnen, dass zu langes Verweilen in dieser Stadt dazu führen wird, dass die Untoten mehr Gelegenheiten und Möglichkeiten für einen Angriff finden werden.
Gut, mich stört auch diese wilde Magie und das Magieverbot hier im Fremdenviertel.
Also da die Untoten uns sowieso auf den Fersen sind, haben wir im Grunde 2 grundsätzliche Möglichkeiten: weglaufen oder bekämpfen. Ich bin fürs Bekämpfen, da wir auch beim weglaufen nicht sicher sein können, dass man sich uns entledigen will.
Und da kommen wir zu den Problemen. Wir wissen von 2 Ländern mit beständigem Untotenbefall. Das ist zum einen Bralasz, dass südlich von hier liegt. Die dortige Staatskirche ist gespalten und bekämpft sich lieber selbst als die Untoten. Man sagt, Nekromanten können dort ihren Forschungen und Experimenten im Allgemeinen besser nachgehen.
Allerdings waren wir selbst erst vor kurzem in der Grenzregion und verstärkte Untotenauswanderung ist uns dort ja nicht aufgefallen. Gut, die Leichname waren ein Problem, aber ob sie wegen Bralasz sich dort aufhielten, wissen wir nicht.
Das andere Land ist Ni'ica, das Land in dem seit dem Verschwinden des mythischen Löwen die Sonne nie mehr ganz aufgeht. Am Tage dämmert es nur und wird am Abend direkt wieder dunkel. Das ist das ideale Gebiet für die Ausbreitung von Untoten aller Art. Die Paladine des Königs sind nun seit Jahrzehnten unterwegs, den Löwen zu finden. Worum es sich bei den Löwen handelt, ob Statue, reales Tier oder sonst etwas, wissen wir nicht.
Und die beiden aktuellen Orte mit kürzlichen Aktivitäten der Untotenausbreitung sind Tergastel und Port Nau. Beide liegen in der Nähe der Grenze zu Ni'ica. Aus unseren Tagen in Tergastel wissen wir, dass es Schmuggler gibt, die Särge zwischen Tergastel und Ni'ica schmuggeln.
Soweit zu den Untoten. Aber wir wissen aus der Geschichte bei Velga, dass jemand auf der Suche nach alter großer Magie ist. Ich habe den Verdacht, dass beides miteinander zu tun hat. Die Spur kreuzte sich in Tergastel, wo wir denjenigen folgten, die alte Magie suchten und über Untote stolperten.
Und auch in Port Nau suchten wir nach den Spuren der Sucher nach alter Magie und trafen auf die Ausbreitung von Untoten.
Dies stellt uns aber vor ein Problem. Der Anführer der Nekromanten, die die Ausbreitung der Untoten über das ganze Land zu betreiben scheinen, ist ein Herr Vonstein aus Torg Nor. Wir wissen, dass die Vonsteins eine alte Händlerdynastie ist. Die enormen Summen, die sowohl den Magiesuchern, wie den Untotenverbreitern zur Verfügung stehen, sind damit erklärt. Ich glaube, es handelt sich um 2 Aspekte derselben Sache.
Da sucht einfach jemand nach Macht. Vonstein wird am Ende seines menschlichen Leben sich der Prozedur zum Weiterleben als Leichnam unterziehen und scheint dann eine Welt dominiert von Untoten zu bevorzugen. Allerdings soll Herr Vonstein noch relativ jung sein. Die Magiesucher sind aber schon seit Jahrzehnten unterwegs. Auch die Geschichte in Ni'ica begann vor Jahrzehnten mit dem Verschwinden des Löwen.
Egal ob es aus Sicht Vonsteins Zufall war, was in Ni'ica geschah oder nicht, er nutzt es definitiv als Herkunftsort für Untote, die dann quasi an immer neuen Orten als "Start" für eine lokale Untotenausbreitung dienen. Und mir scheint, Ni'ica könnte eine Erklärung sein, warum die Kirchen Hengroths und Liririas nebst ihrer Paladinorden uns bisher so selten begegneten und daher kaum bzw. seit dem Fortgang Sonjas gar nicht mehr helfen konnten.
Ni'ica ist das Ziel der erfahrendsten Untotenjäger so scheint es mir. Und hinter deren Rücken wird das Gift der Untoten hinausgeschmuggelt und verbreitet sich.
Und noch etwas ist auffällig: Soweit wir aus Velga und Erdenburg wissen, scheint in diesen Fällen das Geld und auch Anweisungen über den Landweg aus dem Jennland zu kommen. Jennland ist erstaunlich weit entfernt von Ni'ica, quasi der Ort wo keiner suchen würde, wenn er sich mit den Untoten stellen will.
Aber wir waren vor längerer Zeit selbst lang in Felsenfrost und dem umgebenden Jennland. Räuber, Schneehexen, Orks und Lykanthrophen waren da unser Problem. Untote eher nicht. Und auch bisher haben wir nichts davon gehört, dass sich dort groß etwas daran geändert hätte.
Wenn ich so auf die Karte schaue, kann es auch sein, dass das Geld zwar über das Jennland kam, aber vielleicht nur auf der Durchreise war. Vielleicht sollte man Sogndal ebenso verdächtigen wie das Jennland. Immerhin soll diese seltsame Gefängnisinsel, wo der Koschei (Leichnam) aus Omataut wahrscheinlich sein wahres Seelengefäß hat, zwischen Torg Nor und Sogndal liegen.
Und wenn ich mir das ganze machtpolitisch auf der Karte so ansehe: Torg Nor und Sogndal sind die beiden Reiche, die vom Ausbruch der Untoten aus Ni'ica zuletzt betroffen sein werden. Vielleicht gibt es dort sogar Leute in der Obrigkeit, die hoffen, dass die Länder zwischen ihnen und Ni'ica durch den Kampf mit der Untotenausbreitung geschwächt werden. Ob sie aber auch glauben, auf lange Sicht verschont zu bleiben? Das würde ich vielleicht Torg Nor aufgrund seiner Isolation und Insellage zutrauen.
Nun, wie gehen wir vor?
Gehen wir nach Jennland und suchen dort eine Spur - wobei nähere Anhaltspunkte im Moment nicht existieren - wir wissen noch nicht mal, ob wir eher in Felsenfrost oder in Winterschatten oder sonstwo in Jennland nach einer Spur umschauen müssen. Allerdings würde ich schon gern mal nach Felsenfrost, weil ich da jemanden besuchen will, auf den der Dschinn in Leg Berjor hinwies. Der sagte mal, wir würden dort etwas wichtiges erfahren können. Aber ich glaube nicht, dass es etwas mit den Untoten zu tun hat. Der Dschinn deutete nur an, dass die Information später mal wertvoll werden würde. Wahrscheinlich meinte er damit bare Münze. Aber ob die Information jetzt schon so wertvoll ist?
Die andere Methode wäre die Reise nach Port Nau oder Tergastel, da dort die Untotenverbreiter gerade aktiv sind. Vielleicht kann man dort erneut eine Spur aufnehmen, die noch nicht so kalt ist. In diesem Falle würde ich Port Nau vorziehen, denn dort gab es noch eine alte, naja Freunding nicht gerade, aber eine Unterstützerin. Eine, die im Gegensatz zu diesem Rat tatsächlich auch Informationen für uns hatte. Vieles von dem, was wir herausgefunden haben, basierte auf den Informationen die wir dort erhielten.
Ein erneuter Informationsaustausch könnte uns vielleicht wirklich weiter bringen. Port Nau hätte auch den Vorteil, dass wir vielleicht einen Abstecher zu Lents Abtei machen können, jetzt wo er sich wieder erinnert, wo sie lag. Vielleicht können wir uns doch noch der Hilfe eines Paladin-Ordens versichern, was bei der Suche nach Untoten sicher ein zweischneidiges aber scharfes Schwert ist.
Und die letzte Variante wäre noch die Suche nach alter Magie, in der Hoffnung, Spuren der Truppe aufzunehmen, die nach Macht sucht. Dann würde uns der Weg wohl nach Bralasz und/oder Ad Hamar führen müssen. Allerdings scheint es mir, dass die Spuren der Magiesucher im Durchschnitt älter sind als die der Untotenverbreiter (mit Ausnahme des Ni'ica-Vorfalls).
Vielleicht ist dieser Vonstein, der jetzt die große Macht anstrebt nur die 2. Generation oder er hat einen langlebigen oder Untoten Einflüsterer?
So, dass sind meine Gedanken zu unserer Situation. Und wenn ich spontan entscheiden müsste, würde ich zwischen Port Nau und Jennland als nächstem Reiseziel schwanken. Immer mit der Maßgabe, je nach Spurenfund den jeweilig anderen Ort danach anzusteuern. Ich glaube insgesamt tendiere ich im Moment eher nach Port Nau, sicher bin ich mir nicht.
*Reilech beendet seinen Monolog, der sich über eine Stunde hingezogen hat, trinkt sein mittlerweile schales Bier aus und schaut ohne Frage oder weiterer Worte in die Runde und scheint abzuwarten*